Kurze Euphorie und kleiner Tagesgewinn

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Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von John Gossens Daily Dax. Tagtäglich analysiere ich für Sie die charttechnische Situation des Deutschen Aktienindex (DAX) und einer Einzelaktie.

Deutschland hat gewählt

Die Bundestagswahl ist entschieden, Friedrich Merz zieht ins Kanzleramt ein – und der deutsche Aktienmarkt reagiert prompt. Der DAX eröffnete mit einem Freudensprung, angetrieben von der Erwartung unternehmensfreundlicher Reformen. Doch bereits im Tagesverlauf setzte Ernüchterung ein: Gewinnmitnahmen drückten die Kurse wieder nach unten.

Einmal mehr zeigt sich: Politische Börsen haben kurze Beine. Die Euphorie nach einer Wahl oder einem politischen Wechsel hält selten lange an. Anleger blicken schnell über den Wahltag hinaus und fokussieren sich auf die wirtschaftlichen Realitäten. Bleiben Zins- und Inflationssorgen bestehen? Wie stark wirken sich globale Konjunkturtrends aus? Diese Fragen bestimmen die Märkte weitaus stärker als der Name auf der Kanzlertür.

Zudem bleibt ein kritischer Punkt bestehen: Der deutsche Aktienmarkt hat weiterhin keine wirkliche Korrektur vollzogen. Das Wahlergebnis war in vielen Bereichen bereits eingepreist, sodass der Markt nur begrenzt überrascht wurde. Damit bleibt das Risiko einer größeren Korrektur bestehen, oder es könnte sich eine Fortsetzung der Konsolidierung abzeichnen. Anleger sollten sich also nicht zu sehr von kurzfristigen politischen Impulsen leiten lassen, sondern die fundamentalen Faktoren im Blick behalten.

Fazit: Der Merz-Effekt mag kurzfristig für Bewegung sorgen – aber ohne eine nachhaltige fundamentale Unterstützung bleibt die Gefahr einer Marktbereinigung bestehen.

Aktie des Tages

Nach dem Wahlsieg der CDU/CSU wird spekuliert, dass eine Merz-geführte Regierung die Verteidigungsausgaben weiter erhöhen könnte. Bereits in den letzten Jahren profitierte Rheinmetall von gestiegenen Investitionen in die Bundeswehr, insbesondere nach der Verabschiedung des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens. Nun erwarten Marktteilnehmer, dass auch unter der neuen Regierung weitere Mittel für militärische Modernisierung bereitgestellt werden – trotz möglicher haushaltspolitischer Hürden. Die UBS hat daraufhin ihre Einschätzung für Rheinmetall von „Neutral“ auf „Buy“ angehoben und das Kursziel auf 1.208 Euro gesetzt. Auch andere Rüstungswerte wie Hensoldt profitieren von der positiven Marktstimmung. Dennoch hat die Aktie enorm viel eingepreist und eine Korrektur unverändert ausgelassen.

Mehr zu diesen Themen wie gewohnt innerhalb meines Videos.